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  Zephyr in Buschbell 06
  Konzert auf höchstem Niveau

Ein Wiedersehen mit dem Zephyr-Bläserquintett gab es in Buschbell

In der Alten Kirche schlug vor gut zwei Jahren die Geburtsstunde des Zephyr-Bläserquintetts, das seitdem große Erfolge feiern konnte. Aus der weiten Welt zieht es die fünf Bläser um Michael Faust, den Soloflötisten des WDR, immer wieder in die beschauliche Kirche, wo sich der große Freundeskreis der Konzertreihe wider einmal über ein gelungenes Konzert auf höchstem Niveau freuen konnte.
Dass der brasilianische Hornist des Ensembles diesmal nicht teilnehmen konnte, verschlug nichts, denn man hatte in Gesa Schott eine würdige Vertreterin gefunden. So konnte Zephyr, wozu außerdem Thorsten Johanns (Klarinette), Manuel Bilz (Oboe) und Ole Kristian Dahl (Fagott) gehören, fulminant aufspielen.
Mozarts Andante KV 616 (für eine Orgelwalze, also ein mechanisches Instrument, komponiert) eignet sich gut für eine Bläserbearbeitung und taucht den Raum, bei abendlichem Sonnenschein, in edle Klänge. Auch zwei Bearbeitungen nach Mozart-Arien, die sich dem Zephyr ? das ist bekanntlich ein angenehm-mildes Windchen am Mittelmeer ? widmen, zollten dem diesjährigen Haupt-Geburtstagskind Tribut. Der Amerikaner Gunther Schuller hat die einschlägigen Werke aus Idomeneo und Figaro sehr wirkungsvoll gesetzt ? was im übrigen, denkt man an Mozarts Bläserfassungen eigener Opern, die ?Harmoniemusiken?, mehr als legitim ist.
Das Herzstück des Programms bildete das großartige, viel zu selten aufgeführte Quintett op.43 des großen dänischen Komponisten Carl Nielsen. Dieser Meister ist mit seiner überbordenden Fülle an Melodien, seiner reichen Harmonik und genialer Durcharbeitung wirklich ein Muss für jeden, der sich für die Musik des 20.Jahrhunderts jenseits des Atonalen interessiert: Musik von höchster Qualität. Der große Eingangssatz provozierte schon Zwischenbeifall, und als nach dem köstlichen Menuett der Schlusssatz, ein breit angelegtes Thema mit Variationen plus langsamer Einleitung, verklungen war, kannte die Begeisterung fast keine Grenzen.
Am Ende des Konzerts wurde dann Anton Reicha vorgestellt, der Bonner Jugendfreund Beethovens und später in Frankreich ein sehr erfolgreicher Komponist und Lehrer. Seine lohnenden Bläserquintette, 24 an der Zahl, sind eine schöne Bereicherung für das Repertoire. Mit der Zauberflöten-Ouvertüre wurden die Gäste entlassen ? schon in Vorfreude auf das nächste Konzert im November, mit Alexander Lonquich und Schumann.

Kölner Stadt-Anzeiger, 20.09.2006