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  Kammermusik: Klavier
  Die elementare Kraft der Musik gemeinsam erlebt
Flötist Michael Faust und die Pianistin Manami Sano interpretieren Werke von Bach, Roussel und Prokofiew

Prof.Michael Faust aus Köln schonte sich nicht. Im Saal des Forums Artium präsentierte er Raritäten, Kultstücke und einen Parforceritt. "Wir haben so etwas wie einen Schatz gehoben - ein ganz frühes Jugendwerk Beethovens für Flöte und Klavier". Diese Worte stellte im Auftaktkonzert seines Meisterkurses den ersten Tönen einer Sonate in B-Dur ohne Opuszahl voran. Der Flötist und seine vorzügliche Pianistin, Manami Sano, spielten sodann das Werk des blutjungen Beethoven in charmanter Stringenz.
Bei der ebenso selten gehörten Sonate G-Dur BWV 525 von Johann Sebastian Bach setzte Michael Faust ein schwarzes Instrument an die Lippen, die Kopie einer frühen Böhmflöte aus dem 19.Jahrhundert. Im reinen Klang mit beachtlicher Lautstärke konnte er auf diesem Exemplar bereits vollgültig interpretieren. Dem gewichtigen, aber empfindsamen "Adagio" aus der Sonate kam das zugute.
Zum ersten Höhepunkt des Abends wurde "Scan", ein Solostück für Flöte aus dem Jahre 2003 von York Höller. In expressiver, skandierter Klangrede zeigte Faust überlegene tonbildnerische Fähigkeiten vom Triller bis zur Flatterzunge, vom Staccato bis zum Glissando, vor allem aber ein straffes Fortissimo in höchsten Tönen. Zurückhaltender, doch ähnlich ausdrucksvoll, stellte Faust Charakterstücke von Albert Roussel vor. Drei Bläser aus der griechischen und indischen Götterwelt sowie eine zeitgenössische Romanfigur erhielten musikalisches Profil.
Schließlich erklang Sergej Prokofjews Sonate D-Dur op. 94, ein Prüfstein für alle Flötisten, die das Mittelmaß hinter sich lassen. Michael Faust bestand großartig, technisch wie musikalisch. Von innen heraus kam seine Interpretation in leidenschaftlicher Glut und nie nachlassender Intensität, gespielt mit hinreißendem Temperament und einem umfassenden Verständnis für die überzeitliche Größe dieses Werkes. Erneut zeigte sich Manami Sano als ebenbürtige Partnerin. So erlebten, je aus ihrer Sicht, Ausführende und Zuhörer gemeinsam die elementare Kraft von Musik.
Neue Osnabrücker Zeitung



  Ernsthaft und mit Gefühl
Konzert
Sheila Arnold und Michael Faust musizierten in der Alten Kirche St. Ulrich
VON CLAUDIA VALDER-KNECHTGES

Frechen-BuschbeII. Der Markenname Konzerte in der Alten Kirche Buschbell ist geblieben, auch wenn das ehemalige Gotteshaus nun als Begegnungssttte der Gold-Kramer-Stiftung bekannt ist.
Als langjhriger, immer gern gesehener Gast der Konzertreihe war wieder einmal Michael Faust, der Solofltist des WDR-Orchesters, nach Frechen gekommen. Er spielte auf dem Nachbau einer historischen Flte (von Louis Lot, 1875), whrend seine Klavierpartnerin Sheila Arnold einen schnen Hammerflügel mitgebracht hatte.
Der volle Klang dieses Instruments kam in der Akustik der kleinen Kirche sehr schn zur Geltung, und die überragende Kunst der aus Indien stammenden Künstlerin war solistisch vor allem bei einem lmpromptu (Es-Dur aus D 899) von Schubert zu genieen, das sie mit groer manueller Virtuositt, vor allem aber auch gestalterischer Tiefe darbot.
Lieder von Schubert
Doch auch die anderen Werke des Programms, bei denen sie mit Michael Faust gemeinsam musizierte, lieen ihr Knnen aufleuchten. Am Anfang des Programms standen zwei Bearbeitungen Theobald Boehm, dem groen Fltenbauer, der 1832 den Vorlufer der heutigen Querflte kreierte. Haydns Variationen über Gott erhalte Franz, den Kaiser aus dem so genannten Kaiserquartett die Melodie besser bekannt als heutige deutsche Nationalhymne und drei Schubert-Lieder (Der Lindenbaum, Das Fischermdchen, Die Taubenpost) dienten Boehm als Vorlage für gefllige, von dem Duo Faust/Arnold sehr klangschn umgesetzte Musiken.
Zwei Zugaben
Mit zwei Werken von Ferdinand Ries, dem Beethoven-Schüler und -Freund, stellte Michael Faust selten gehrte Kammermusik eines kaum beachteten Komponisten der zweiten Reihe vor, eine Sonate op. 169 und eine Fantasie op. 133.
Der Hhepunkt aber waren Schuberts (im Original für Flte geschriebene) Variationen über Ihr Blümlein alle (op. 160, aus dem Jahr 1824). Hier war besonders hr- und sichtbar, welch groer Solist Michael Faust ist, wie konzentriert, souvern und ernsthaft, aber auch temperamentvoll und mit emotionaler Offenheit er sich einer solchen Partitur annimmt.
Zugleich offenbarte sich eine groe künstlerische übereinstimmung mit der Pianistin, so dass der Beifall nicht enden wollte und zwei Zugaben aus dem Schubert-Kosmos (Stndchen/Leise flehen meine Lieder und Gute Nacht/Fremd bin ich eingezogen) fllig wurden.

[Klner Stadtanzeiger, 23.11.2010]