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  Kagel, Das Konzert: Neubrandenburg
  Behender Wechsel bis zum Schlusspfiff
Achtes Philharmonisches Konzert in der Marienkirche wartet mit solistischer Raffinesse auf

Von unserem Mitarbeiter Michael Baumgartl

Neubrandenburg.
Durch die regelmäßige Aufnahme neuerer Kompositionen in die Konzertplangestaltung versucht Stefan Malzew, Chefdirigent der Neubrandenburger Philharmonie, seine Zuhörerschaft auch mit dem Fortgang der musikalischen Entwicklung nach der spätromantischen Epoche des vorigen Fin de Siècle bekannt zu machen. Und es ist einigermaßen erstaunlich, mit welcher Unvoreingenommenheit das Publikum oft bei seinen Höraufgaben zu Werke geht. Aber zum Lohn dafür gibt’s am Ende doch meist noch einen Brahms oder Beethoven zu genießen. So auch am vergangenen Donnerstagabend in der Konzertkirche beim 8. Philharmonischen Konzert. ...
Danach Mauricio Kagel (*1931), der sein Konzert aus dem Jahr 2002 für Soloflöte, Harfe, Schlagzeug und Streicher mit hohem Anspruch exemplarisch „Das Konzert“ nannte. Das fast halbstündige Werk, dessen Abschnitte ohne Pause ineinander übergehen, verlangt vom Solisten eine ununterbrochene Präsenz, und das gleich auf drei Instrumenten! Den mehrmaligen Wechsel von der hellen, in der Höhe durchdringenden Klangfarbe der Großen Flöte zum samtig weichen Timbre der Altflöte beendete schließlich die Piccoloflöte mit dem „Schlusspfiff“. Gerade auf dem tiefer klingenden Altinstrument vermochte der Solist Michael Faust einen warmen, substanzvollen und vibratoreichen Ton zu zaubern, dessen Verunreinigung durch Klangaufspaltung, aber von der Komposition immer wieder gefordert wurde. So überwogen die melodisch und klanglich sehr bewegten Passagen, die der Solist bravourös mit Trillern, Flattern und Glissandoverbindungen anreicherte. In spannungsvollem Pianissimo aber gestaltete Faust ein zartes Terzett mit Schlagzeug und Harfe, dessen Anmut sich wohltuend von den Aufregungen der übrigen Teile abhob.
Nordkurier 03.04.2004