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  Paul Schoenfield concerto
  Erst nur ein Grummeln aus der Besen-Ecke
Michael Sanderling als Gast am Pult der Anhaltischen Philharmonie Dessau und Michael Faust als Solo-Flötist

"Bitte eine Zugabe!" ist der ebenso wortlose wie intensive Wunsch des Publikums am Donnerstag Abend, als Michael Faust zum fünften Beifall auf die Dessauer Bühne kommt. Für einen Moment lächelt der Flötist fast ungläubig, um dann mit Johann Sebastian Bachs a-Moll Solo-Partita ein vollendetes Piano zu zaubern, bei dem sein voller warmer Ton bis ins leiseste Verklingen ohne Andeutung eines Hauchs immer noch ein voller warmer Ton bleibt.

Der Solist des zweiten Sinfoniekonzertes dieser Spielzeit hat kurz zuvor vor allem mit seinen virtuosen Fähigkeiten die Dessauer begeistert. In den "Klezmer Rondos" des 1947 geborenen Paul Schoenfield jumpt er stilsicher durch alle rhythmischen und Tonschichtungen dieses umfangreichen urbanen Befindlichkeitsporträts. Faust ist dabei permanenter Ruhestörer, sowohl gegen die eigene unendliche Melodie, als auch gegen die (komponierte) Schläfrigkeit und das "laissez faire" der Saxophone und Streicher. Mitunter gibt der Kölner das Orchester-Tempo ebenso wie große Bögen vor. Herrlich sind seine Intermezzi auf der Piccoloflöte, die er nicht nur virtuos, sondern auch als Instrument der Ruhe vorstellt und dabei Melodienfolgen entlockt, die man mit geschlossenen Augen eher bei einer orientalischen Wasserpfeife ansiedelt.

Die Anhaltische Philharmonie gibt sich stilsicher und mit hörbarem Vergnügen als Klezmer-Band. Auch der Gast am Pult taut bei der brodelnden Rhapsodie des amerikanischen Komponisten sichtlich auf. Dirigent Michael Sanderling, bislang vornehmlich als hervorragender Cellist bekannt, hat beim skurril-schrulligen Eingangsstück "Der Zauberlehrling" des Franzosen Paul Dukas (1865 - 1935) noch kein Ausbrechen gewagt. Sanderling ordnet das bildhafte und frei nach Goethe komponierte Orchesterscherzo präzise und korrekt, doch ohne Mut zur Groteske. Zum fulminanten Tanz des corpus delicti kommt es daher nicht, es grummelt nur aus der Besen-Ecke.

Um so wohler fühlt sich der junge Dirigent nach der Pause in der abschließenden d-Moll Sinfonie von César Franck (1822 - 1890). Heute gilt Francks einzige Sinfonie als eines seiner größten Werke. Früh-impressionistisch klingt sie an: klangmalerisch und von großartiger, schmerzlicher Indifferenz entfalten sich die schillerndsten Farben, nachdem der düstere Kopfsatz im Orchester noch etwas schwerfällig angerollt ist. Bei der spielerischen Selbstverständlichkeit im Umgang mit dem Kontrapunkt ist jedoch auch der Organist César Franck durchhörbar. Ebenso wie der Theatraliker, durch die immer wieder unvermittelten und überraschenden Tonartenumbrüche, die Dirigent Sanderling geradezu genießerisch weitergibt.

Das Finale eröffnet mit Anklängen aus Beethovens Eroica und schließt den Kreis durch chromatisch gesponnene Tristan-Fäden als romantisch-leidenschaftlicher Sound.
Mitteldeutsche Zeitung




Höhepunkt an Höhepunkt
... Der Solist Michael Faust, sein Spiel ist auch einer der Konzert-Höhepunkte. Seine makellose Tongestaltung beeindruckt nachhaltig. Seine musikalische Gestaltung atmet sowohl hohe feinsinnige Sensibilität, als auch ungemein intensive, fast explodierende Kraft. Mit faszinierender Ausstrahlung und wohltuender Bescheidenheit konzentriert sich Michael Faust voll und ganz auf die Musik und deren Emotionalität. ...
Mit langem Atem entwickelt er musikalische Ästhetiik. ... In den solistischen Passagen, und insbesondere auch bei seiner langen Zugabe, hätte man die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören. ...

Volksstimme Dessau